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Kälberfütterung richtig gemacht: Neben der Tränkeintensität den Pansen nicht vergessen


Die Grundlagen für ein hohes Leistungspotential von Kalbinnen, Milchkühen und Mastrindern werden bereits im Kälberstall gelegt. Der Fokus liegt hier häufig auf der Tränkeintensität. Bei allen positiven Einflüssen der intensiven Tränke darf die Entwicklung des Pansens jedoch nicht in den Hintergrund geraten.

 

 

Der Energie- und Protein-Bedarf der Kälber geht bereits ab der 3. Lebenswoche über die durch Tränkemengen von 1 kg Milchaustauscher pro Tier und Tag gelieferten Werte hinaus.

 

Lang-Heu als Kälberfutter ist nicht ausreichend

 

Während man die Tränke früher vor allem mit Lang-Heu ergänzt hat, weiß man heute, dass das Kalb aufgrund des noch wenig entwickelten Pansens zu wenige Nährstoffe aus dem Heu aufnehmen kann. Gleichzeitig entwickelt sich der Pansen bei einer Ration aus Milch und Heu nicht so schnell wie bei Einsatz von Kraftfutter (s. Bilder vom Pansen).

 

Kraftfutter wirkt positiv auf die Entwicklung der Pansenzotten

  

Im Laufe der Zeit konnte in zahlreichen Versuchen nachgewiesen werden, dass Kraftfutter die Pansenentwicklung fördert. Vor allem der durch Kraftfuttereinsatz ausgelöste chemische Reiz von Butyrat und Propionat regt das Wachstum der Pansenzotten an. (s. Bilder vom Pansen).

  

Trocken-TMR für Kälber sichert Versorgung und Pansengesundheit

  

Trotz der positiven Wirkung von Kraftfuttermitteln auf die Zottenentwicklung sind auch beim Kalb die Grundregeln zur Pansengesundheit zu beachten. Eine Ration, die nur aus Kraftfutter und Milch besteht, kann zu Acidosen und Kälberdurchfall führen. Die optimale Ration enthält deshalb eine trockene, kurz gehäckselte Grundfutterkomponente.

 

 Grundfutterkomponenten müssen kurz gehäckselt sein

 

Bei der Grundfutterkomponente ist die Aufbereitung entscheidend. In die seit Jahren erfolgreich in Praxisbetrieben eingesetzten Trocken-TMR bzw. Kälber-TMR werden wahlweise Heu, Luzerne oder Stroh als Grundfutterkomponente eingemischt. Dabei handelt es sich jedoch um kurz gehäckseltes Gut, das vorzugsweise entstaubt ist.

  

Vorteile der Trocken-TMR sind bessere Trog Hygiene und gesteigerte Futteraufnahme

  

Die Trocken-TMR zeichnet sich durch eine verbesserte Trog Hygiene aus - durch den hohen TM-Gehalt bilden sich keine Schmierschichten mehr. In Versuchen, zum Beispiel an der FH Bingen, wurde zudem nachgewiesen, dass die Futteraufnahme einer Trocken-TMR für Kälber verglichen mit der separaten Vorlage von Silagen und Kraftfutter deutlich gesteigert war. Entsprechend höher fiel das Zunahme Niveau der Kälber aus (s. Darst. Versuch).

  

Die Anmischung – auf Vorrat oder täglich frisch und flexibel

  

Die trockenen Komponenten können auf Vorrat im Mischwagen angemischt und in Big Bags abgefüllt werden. Bei Melasse-Einsatz (ca. 5 %) ist hierbei allerdings auf eine zusätzliche Stabilisierung mit Säure zu achten. Eine andere Variante ist die täglich frische Anmischung, z. B. mit einem Betonmischer. Homogene Mischungen können so schnell hergestellt werden. Besonders vorteilhaft ist hierbei die problemlose Änderungen der Zusammensetzung und der fließende Futterwechsel zur TMR. Die flexible Zugabe von aufwertenden Komponenten ist jederzeit möglich und es besteht keine Gefahr der Nacherwärmung.

Aussehen der Pansenzotten bei unterschiedlichen Rationen



Pansenzotten von 6 Wochen alten Kälbern; links: Milch-Heu-Ration; rechts: Milch-Kraftfutter-Ration (PennState University, 2000)

Versuch zur Futteraufnahme bei Einsatz von Trocken-TMR



Trocken-TMR steigert die Futteraufnahme bei Kälbern

Rationsgestaltung Trocken-TMR


Die Trocken-TMR für Kälber besteht zumeist aus der Grundfutterkomponente, hochwertigen Kraftfutterkomponenten sowie Mineralfutter. Ab etwa drei bis vier Wochen wird beste Maissilage hinzugefügt.

 

Optimales Mischungsverhältnis

 

   Anteile TM 

Volumen

(z. B. Eimer) 

 Stroh  1  1
 Maissilage  1  1
 Kraftfutter  2  0,5
 Mineralfutter 0,04  

 

Weitere Informationen zu Rezepturen und zum Einsatz der Mineralstoffmischung für Kälber erhalten Sie von Ihrem Schaumann-Fachberater.

 

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